Justizfachwirt/in (m/w/d)
Oberlandesgericht Frankfurt am Main - Justiz Hessen - Öffentlicher Dienst
Anbieter
Frankfurt am Main
Standort
Mittlere Reife (Mittlerer Schulabschluss)
Voraussetzung (mind.)
Profil der Stelle
30.10.2026
Bewerbungsschluss
01.04. und 01.09. eines jeden Jahres
Antrittsdatum
Beschreibung
Allgemeines
Jede gerichtliche Abteilung, ob in der streitigen Gerichtsbarkeit (z. B. Zivil- und Strafprozess) oder der freiwilligen Gerichtsbarkeit (z. B. Grundbuch, Handelsregister, Betreuungs- und Nachlasssachen) und jede Abteilung einer Staatsanwaltschaft hat für die Abwicklung des Geschäftsverkehrs mit den Verfahrensbeteiligten ihre Geschäftsstelle, die von einer Justizfachwirtin oder einem Justizfachwirt betreut wird. In dieser „Zentrale" trägt sie/er als Ansprechpartner:in für das rechtsuchende Publikum wesentlich zur Verwirklichung einer bürgernahen öffentlichen Verwaltung bei. Hier lenkt sie/er den Ablauf der Verfahren, soweit nicht eine Entscheidung durch das Gericht (Richter:in/Rechtspfleger:in) oder die Staatsanwaltschaft getroffen wird.
So werden z. B. selbstständig Erklärungen der Verfahrensbeteiligten außerhalb der gerichtlichen Verhandlung aufgenommen, Ladungen und Zustellungen an Prozessbeteiligte veranlasst, Ausfertigungen und Abschriften gerichtlicher Entscheidungen beglaubigt und erteilt sowie Fristen überwacht.
Neue Organisationsformen bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften verknüpfen diese Aufgaben der Geschäftsstelle im Interesse einer beschleunigten, einheitlichen Erledigung von zusammengehörigen Arbeitsvorgängen in sogenannten „Service-Einheiten" bzw. „Sekretariaten" mit der EDV-unterstützten Abwicklung des anfallenden Schriftverkehrs.
Selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten wird auch in der gerichtlichen Hauptverhandlung gefordert. Als Protokollführer:in nimmt die/der Justizfachwirt:in hier nach eigenem Ermessen das Wesentliche der Verhandlung (beispielsweise die Aussagen der/des Angeklagten oder einer Zeugin/eines Zeugen) in das Hauptverhandlungsprotokoll auf.
Nicht weniger abwechslungsreich und vielfältig ist die Palette der herausgehobenen Funktionen des mittleren Justizdienstes, die von der Erstellung von Kostenrechnungen und der Anweisung von Gebühren und Auslagen der Zeugen und Sachverständigen bis hin zur Sachbearbeitertätigkeit in Verwaltungsangelegenheiten, Insolvenz-, Grundbuch-, Register- und Nachlasssachen sowie bei den Gerichtskassen reicht. Selbstverständlich zählt dazu auch die verantwortungsvolle Aufgabe, erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten bei der Ausbildung von Nachwuchskräften weiterzugeben.
So kannst du Justizfachwirtin/Justizfachwirt werden
In den Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf (Justizsekretäranwärter:in) kann nach dem Ergebnis einer Eignungsprüfung eingestellt werden, wer
- die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder der Länder Island, Liechtenstein, Norwegen oder Schweiz besitzt,
- die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Hessischen Landesverfassung einzutreten,
- höchstens 40 Jahre alt ist (hiervon ausgenommen sind in bestimmten Fällen Soldaten auf Zeit mit mindestens zwölfjähriger Dienstzeit),
- den Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweisen kann.
Benötigte Bewerbungsunterlagen
- Lebenslauf (mit Angabe der Staatsangehörigkeit)
- Beglaubigte Abschrift/Ablichtung des Abschlusszeugnisses oder letzten Schulzeugnisses
- ggfs. Bewerbungsanschreiben
- Einverständniserklärung beider gesetzlicher Vertreter, sofern du minderjährig bist
- evtl. Zeugnisse über Beschäftigungen (auch Ausbildung und/oder Studium) seit der Schulentlassung
Bitte innerhalb des Bewerbungsvorgangs als PDF Dokument hochladen.
Weitere Infos unter:
Andere Angebote des Anbieters an diesem Standort
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Zeil 42
60313 Frankfurt am Main
Deutschland
Oberlandesgericht Frankfurt am Main
RECHTSEXPERTEN OHNE ROBE
Wer im Gerichtswesen arbeiten möchte, muss nicht zwingend Jura studieren. Neben dem klassischen Jurastudium gibt es vielfältige berufliche Möglichkeiten, etwa als Rechtspflegerin oder Rechtspfleger, als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt sowie als Justizfachangestellte oder Justizfachangestellter. Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben, die früher Richterinnen und Richtern vorbehalten waren. Dazu gehören beispielsweise Nachlasssachen, Grundbuchangelegenheiten, Betreuungen und Teile der Strafvollstreckung. Die theoretische Ausbildung findet im Studienzentrum Rotenburg an der Fulda statt, die praktische Ausbildung im Amtsgericht. Sie wird derzeit mit über 1.700 Euro monatlich vergütet.
Wer eine Ausbildung bevorzugt, kann Justizfachwirt bzw. Justizfachwirtin oder Justizfachangestellte bzw. Justizfachangestellter werden. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf an den Gerichten. Zu ihren Aufgaben gehören Aktenführung, Fristenkontrolle, Zustellungen und Protokollführung in Verhandlungen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre (Justizfachwirt/Justizfachwirtin) bzw. drei Jahre (Justizfachangestellte/Justizfachangestellter) und wird im dualen System mit Theorie- und Praxisphasen absolviert. Die theoretische Ausbildung der Justizfachwirte findet im Studienzentrum Rotenburg an der Fulda bzw. am Campus Frankfurt am Main statt, die praktische Ausbildung im Amtsgericht. Während der Ausbildung wird eine Vergütung von derzeit über 1.600 Euro monatlich gezahlt. Die Ausbildung der Justizfachangestellten findet am Amtsgericht sowie in der Berufsschule statt und wird derzeit mit ca. 1.276 Euro im ersten, ca. 1.331 Euro im zweiten und ca. 1.381 Euro im dritten Ausbildungsjahr vergütet.
Die Justiz bietet damit attraktive, sichere und abwechslungsreiche berufliche Perspektiven – auch ohne juristisches Staatsexamen.
